Gründung des Vereins

Die Gründer des Bürgerschützenvereins Zumwalde waren spät dran, als sie am 5. Juni 1949 im Gasthaus Zumwalde den Verein aus der Taufe hoben.
Die alten Schützengilden, an deren Tradition man anknüpfte, waren in gewisser Weiseschon damals ein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten, die ihren eigentlichen, ursprünglichen Sinn schon längst verloren hatten. Aber gerade das war eine Chance. Diese Tatsache zwang die Gründer, sich bewusst mit ihrer Sache auseinanderzusetzen. Nicht aus einer Laune heraus wurde der neue Verein ins Leben gerufen.

Schon seit Monaten hatte die Idee, einen eigenen Schützenverein zu gründen, in Obersteinbeck die Gemüter bewegt. In den Werkstätten der Handwerker, zum Beispiel beim Schuhmachermeister Wilhelm Wallmeyer oder in der Werkstatt von Josef Albers, wurde viel darüber diskutiert.
Die Gründer des Vereins gingen mit einem hohen Maß an Idealismus und Begeisterung an die Sache heran. Nach den schrecklichen Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges mag die Suche nach Identität als Gemeinschaft, nach einer neuen Plattform, auf der sich Gemeinsinn, Zusammenhalt und Heimatgefühl wieder entwickeln konnten, eine der stärksten Triebfedern für die Gründung des Vereins gewesen zu sein.

 

Am ersten Pingsttag des Jahres 1949 versammelten sich die beiden damals schon existierenden Fastabende Obersteinbecks um 16 Uhr im Gasthaus Zumwalde.
,,Der Erste Vorsitzende des Fastabends Zumwalde ergriff zuerst das Wort und erklärte in kurzen, klaren Worten, dass es auch hier in unserem Ort möglich sei, einen Schützenverein zu gründen und dass es nur der Unterstützung aller bedürfe, um das Werk zu einem erfolgreichen Abschluss zu führen. Doch kaum hatte er geendet, als der Sturm der Prosteste losging", heißt es ist der Vereinschronik. 
Es sei viel vom fehlenden Geld gesprochen worden, davon, dass man keinen Platz zum Feiern hätte, keine Mitglieder und keine Pferde. 
So ging es eine Zeit lang hin und her, und das ganze Projekt drohte zu scheitern.
Doch ein letzter, energischer Versuch habe die Versammlung dazu bewegt, wenigstens einen Vorstand zu bilden, der bereit war, den neuen Verein aufzubauen und zu führen.
Josef Keßling, Leo Niehüser, Hugo Struck und Wilhelm Wallmeyer bildeten den ersten Vorstand. Der erste Oberst des Vereins hieß Heinrich Lippmann, Hauptmann wurde August Keßling.
Zur großen Überraschung aller, wurde bereits am ersten Gründungstag beschlossen, dass am 3. Juli desselben Jahres das erste Schützenfest gefeiert werden sollte, zudem traten auf Anhieb 48 Männer dem neuen Bürgerschützenverein Zumwalde bei.

 

Die größte Sorge der Verantwortlichen war die Finanzierung des Festes.
 Am 29. Juni 1949, als das Fest geplant werden sollte ,,wäre um ein Haar der ganze Verein noch auseinander gebrochen" berichtet der Chronist.

Doch da erklärten sich 15 Männer bereit, bei Nichtgelingen des Festes mit je 20 Mark - das war damals viel Geld - zu haften.
Die Namen der Männer schrieb der Chronist damals auf, denn sie hätten sich ,,einen unsterblichen Verdienst um unseren jungen Verein erworben":
Wilhelm Derhacke, Josef Keßling, Wilhelm Wallmeyer, Josef Albers, Leo Niehüser, Heinrich Corbach, Bernhard Pieper, Paul Hoppe, Heinz Mersch, Benno Niehüser, Josef Krimphoff, Hugo Struck, Helmut Jasper, Bernhard Lehmeyer und Fredy Derhacke.

Das erste Schützenfest der Vereinsgeschichte wurde von strahlendem Sonnenschein begleitet. Hugo Schnetgöcke wurde die Ehre zuteil, erster König des Vereins zu sein.

 

 

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